Das verlorene Licht

Ort

Die Grenzmark

Kein Land. Kein Niemandsland. Ein Dazwischen, das älter ist als die Grenzen, die es teilen sollen.

Die Grenzmark ist das offene, hügelige Land zwischen Valthera und Thalvar. Kein Zaun markiert, wo das eine endet und das andere beginnt. Stattdessen stehen alte Pfähle, Raststeine und Grenzsteine, die Schicht über Schicht tragen — Valtheras Krone über thalvarischen Kerben über offenen Kreisen, die älter sind als beide Seiten.

Hier leben Grenzläufer, Schmuggler, Späher und Menschen, die sich für eines davon ausgeben. Wer in der Grenzmark aufwächst, lernt früh, dass Valthera Karten zeichnet und Thalvar Lieder singt und beide behaupten, sie wüssten, wo die Grenze liegt. Das Land hört sich beides an und ändert nichts.

Es gibt keine Straßen, nur Wege, die man kennen muss. Wacholder, Dornen, trockene Bachläufe und Wind, der Geräusche verschluckt, bevor man sie einordnen kann. Manche Orte in der Grenzmark sind geschlossen. Manche antworten noch. Manche tun beides, je nachdem, wer fragt.

Die Grenzmark ist kein Durchgangsgebiet. Sie ist ein eigener Ort — auch wenn Karten das nicht mögen.