Das verlorene Licht

Eiran

Der, der zweifelt

Priester, Adept, Suchender. Eiran hat sein Leben damit verbracht, Antworten in alten Lehren zu finden. Jetzt bringen ihm die Fragen eines Mädchens aus einem Dorf mehr bei als Jahre in der Kirche.

Eiran ist ruhig, beobachtend und spricht selten mehr als nötig. Er gehört zur Kirche — nicht als Würdenträger, eher als jemand, der zwischen den Zeilen alter Schriften nach etwas sucht, das die offizielle Lehre nicht mehr enthält. Er betet, aber sein Glaube hat Risse.

Als er nach Eichenruh kommt, erkennt er in Aemilia etwas, das er aus Fragmenten und Randnotizen kennt, das er aber nie für möglich gehalten hat. Seine erste Reaktion ist nicht Begeisterung. Sie ist Angst. Weil er versteht, was die Gilde mit Menschen tut, die nicht in ihr System passen.

Eiran wird zu Aemilias Begleiter, Erklärer, manchmal Lehrer. Aber die Rollen verschieben sich. Je mehr er ihr beibringt, desto deutlicher merkt er, dass sein Wissen an Grenzen stößt, die ihres nicht kennt. Er trägt eine Vergangenheit, die älter ist als er ahnt, und eine Blutlinie, deren Bedeutung er erst zu verstehen beginnt.

Sein Konflikt ist leise und tief: Wie viel von dem, woran er geglaubt hat, war wahr? Und was tut er mit dem, was übrig bleibt?