Das verlorene Licht

Cael

Der, der schließt

Schließer der Gilde. Cael jagt keine Monster. Er jagt Abweichungen. Und er ist überzeugt, dass er damit die Welt vor sich selbst schützt.

Cael ist kein Bösewicht. Das macht ihn gefährlicher. Er glaubt an das, was er tut — an Ordnung, Kontrolle, Prüfung. Die Gilde hat ihm beigebracht, dass unkontrollierte Magie eine Bedrohung ist, und er hat keinen Grund gefunden, daran zu zweifeln. Noch nicht.

Als er nach Eichenruh geschickt wird, ist sein Auftrag klar: eine Unregelmäßigkeit untersuchen, die Quelle identifizieren, das Problem schließen. Dass die Quelle ein sechzehnjähriges Mädchen aus einer Försterfamilie ist, ändert für ihn nichts am Verfahren. Regeln gelten für alle. Besonders für die, die sie nicht kennen.

Cael ist präzise, geduldig und höflich — solange niemand seinem Auftrag im Weg steht. Wenn doch, wird aus Höflichkeit etwas, das kälter ist als Feindseligkeit. Er stellt Aemilias Flucht nicht als persönliche Angelegenheit dar, sondern als Grenzbruch, als politischen Akt. Damit macht er aus einem Mädchen auf der Flucht ein Problem zwischen Nationen.

Sein Grau ist nicht das Grau eines Menschen, der Zweifel kennt. Es ist das Grau eines Systems, das sich für die Antwort hält.