Das verlorene Licht

Alva

Die von dazwischen

Nicht aus Valthera. Nicht aus Thalvar. Alva stammt aus der Grenzmark — dem Ort, den Karten nicht mögen. Sie hilft ungern, tröstet nie und ist trotzdem da, wenn es zählt.

Alva lebt allein in einer Hütte im Nordwald, die keinen Rauch zeigt. Sie kennt Wege, die auf keiner Karte stehen, spricht Thalvarisch und trägt ein Messer am Gürtel, das sie häufiger benutzt als Worte. Wer sie trifft, hält sie für unfreundlich. Wer sie länger kennt, merkt, dass sie Ehrlichkeit für nützlicher hält als Trost.

Alvas Vergangenheit hat einen Namen: Nera. Was Nera war — eine Person, ein Ort, beides — bleibt offen. Was klar ist: Nera wurde geschlossen. Und Alva lebt seitdem so, als sei Nähe ein Fehler, den man nur einmal machen sollte.

Als sie Aemilia durch den Nordwald und die Grenzmark führt, tut sie es nicht aus Zuneigung. Eher aus Pflicht, vielleicht aus Erfahrung, vielleicht weil sie weiß, was mit Menschen passiert, die allein in einer Welt fliehen, die sie nicht verstehen. Ihre Hilfe sieht aus wie Zumutung. Ihr Humor ist trocken bis schneidend. Ihre Sätze treffen, bevor man merkt, dass sie gezielt hat.

Aber im Verlauf des Weges verschiebt sich etwas. Am Ende geht Alva freiwillig weiter nach Norden — nicht weil sie Aemilia retten will, sondern weil sie nicht noch einmal nur hinterher wissen will, was geschlossen wurde.